Ein Treffen mit Peter Reckenfelderbäumer

„Yesterday, all my troubles seemed so far away. (…) Oh, I believe in yesterday!“ sangen die Beatles 1965. Der Song, von Paul McCartney geschrieben, wurde auch wegen seiner orchestralen Großbesetzung mit Cello, Viola und Violine schnell zu einem der größten Hits der Liverpooler Pilzköpfe. Yesterday zählt neben den großen Songs aus den weiteren Beatles Alben wie „The White Album“ (1968) oder „Abbey Road“ (1969) zu den Lieblingsliedern von Peter Reckenfelderbäumer.

Eine besondere Atmosphäre

Die große Zeit der Beatles war bereits vorbei, als Peter Reckenfelderbäumer in Mesum geboren wurde. Aber schon mit acht Jahren, als er an der Orgel in Elte seine ersten Schritte in die Musikwelt unternahm, gefielen ihm die lyrischen Balladen und die romantischen Songs der Beatles deutlich besser als die Songs, die beispielsweise die Rolling Stones ablieferten. Heute ist er ein ausgewiesener Fachmann, der so gut wie alles aus dem weiten Repertoire der Beatles kennt und mag.

Von der Musikschule in Elte zum AJG, dem Arnold Janssen-Gymnasium in St. Arnold, war es dann nur ein kleiner Schritt, denn schon damals war sein Faible für die Big-Band-Musik bei der Schulauswahl maßgeblich. Besonders gern erinnert er sich an seinen Musiklehrer Clemens Gilhaus, der schon früh sein Talent entdeckte und ihn förderte. Und mit seinem Saxophonlehrer Stanislav Nakilskie verbindet ihn eine Freundschaft, hat dieser ihm doch die grenzenlose Welt der modernen Jazzmusik geöffnet.

Auf den Spuren der Beatles studieren und zudem abends gemeinsam in den Clubs von Liverpool Jazz-Sessions zu inszenieren, waren für Peter Reckenfelderbäumer zwei prägende Jahre. Seinen Bachelor of performing Arts machte er an der Lipa, dem Liverpool Institute for Performing Arts, der Hochschule, die von Paul McCartney 1996 mitgegründet wurde. Die Lipa residiert in einem historischen Schulgebäude in dem Paul McCartney, George Harrison und viele andere prominente Liverpooler gegangen waren. Hier weht schon eine besondere Atmosphäre.

„Johann Sebastian Bach ist wohl der Oberchef der Musik, der immer wieder gespielt, gecovert oder interpretiert und auch gern als Grundlage für Improvisationen dient“, wie Peter Reckenfelderbäumer fachkundig bemerkt. Schließlich findet sich sein Praeludium in C-Dur auch bei McCartney. Aber sein persönlicher Musikgeschmack geht über alle Genres hinaus. Von der Klassik mit Bach und Beethoven bis Karlheinz Stockhausen und sogar zu Helene Fischer kann er jeder Richtung etwas abgewinnen, sofern sie ernsthaft und ausgereift daher kommt. „Musik ist Kreativität und Ansporn“, so sein Motto, mit der er auch selbst seine eigene Musik komponiert.

Schule sollte auch Heimat sein

Bevor Peter Reckenfelderbäumer im Februar 2016 den Taktstock der AJG-Big-Band von Clemens Gilhaus, der 2018 verstorben ist, übernahm, hatte er sein Diplom an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover absolviert. „Ich war als Saxofonist unter der Leitung von Clemens Gilhaus in der Big Band des AJG dabei und hatte die Chance, bei der Oldie-Revue im Jahr 1995 und bei dem Musical ‚Tom Sawyer‘ 1997 mitzuwirken“, blickt er gerne zurück.

Und der großen Schuhe, die ihm sein Vorgänger überlassen hat, hat er sich gern und mit voller Energie angenommen. „Das AJG ist meine Schule und Schule soll auch Heimat sein“, so seine Intention, mit der er den Takt vorgibt. Das hohe Niveau halten und dann sehen, was die Zukunft bringt – schließlich hat auch Corona den aktuellen Terminkalender der Big Band ziemlich durcheinander gewürfelt. „Die All-Stars singen in diesem Jahr ihre Weihnachtslieder zuhause“, wie er sagt. Tue auch weh, wenn man als Musiker nicht die Emotionen des Publikums hautnah spüren darf. Dagegen hilft nur, die alten CDs herauszuholen oder das Video der letzten Oldie Revue noch einmal laufen zu lassen. Und Weihnachten „feiern“, das ist wichtig!

Münsterländische Volkszeitung

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2022-01-03T15:55:38+01:00
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