Ein Jubiläum voller Klangmagie – AJG feiert mit beeindruckendem Konzert und Standing Ovations

Was die Klassikfans am Sonntag beim Jubiläumskonzert des Orchesters am Arnold-Janssen-Gymnasium erleben durften, zählt zweifellos zu den herausragenden musikalischen Ereignissen. Seit nunmehr 25 Jahren präsentieren junge Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Bettina Bartels klassische Werke auf beachtlichem Niveau – und das Programm des Jubiläumskonzerts krönte dieses langjährige Engagement auf eindrucksvolle Weise. Und dafür hat sie in diesem Jahr auch ehemalige Schülerinnen und Schüler und Kollegen mit auf die Bühne geholt.
Als Bettina Bartels im Jahr 2001 an die Schule kam, gab es zwar bereits eine Bigband und mehrere Chöre, ein Orchester jedoch fehlte. Mit viel Einsatz und Weitblick begann sie, erste Strukturen aufzubauen – zunächst mit wenigen Mitwirkenden. Sie initiierte Geigenunterricht an der Schule, gewann nach und nach weitere Schülerinnen und Schüler für das gemeinsame Musizieren und legte so den Grundstein für eine Entwicklung, die vom ersten Konzert bis zum gefeierten Jubiläumsauftritt am vergangenen Sonntag reicht.
Die Aula war bis auf den letzten Platz gefüllt, kurzfristig mussten sogar zusätzliche Stühle organisiert werden. Sichtlich bewegt zeigte sich Bettina Bartels über die große Resonanz. Zwischen den einzelnen Werken bereicherte sie das Programm mit persönlichen Anekdoten aus 25 Jahren Orchesterarbeit sowie mit kenntnisreichen Erläuterungen zu den Stücken.
Den Auftakt gestaltete das Juniororchester mit Händels „Kleiner Suite“, Griegs „Lyrischen Stücken“ und einem ersten musikalischen Ohrwurm des Abends: „Greensleeves“ aus der Zeit William Shakespeares. Die jüngsten Musikerinnen und Musiker überzeugten mit Spielfreude und Präzision – ein deutliches Zeichen für eine vielversprechende musikalische Zukunft.
Im Anschluss setzte das Kammerorchester das Programm mit Bachs „Brandenburgischem Konzert Nr. 5“ fort. Dabei brillierten Josa Berkenharn (Querflöte), Anna Heckhuis (Violine) und der ehemalige Musiklehrer Hartmuth Blumenroth am Cembalo als Solisten mit imposanter Virtuosität und feinem Zusammenspiel.
Einen besonderen Höhepunkt bildete schließlich der Auftritt des Sinfonieorchesters mit Bedřich Smetanas „Die Moldau“. „Sie fließt zunächst ruhig und bedächtig, dann hört man die Klänge des Waldes und eine fröhlich-rhythmische Hochzeitsfeier – bis hin zu dramatisch-dissonanten Passagen, wenn sie an der Prager Burg vorbeizieht“, kündigte Bartels das Werk an. „Genießen Sie es!“ Die „Moldau“, Teil des sinfonischen Zyklus „Mein Vaterland“, zeichnet in eindrucksvoller Weise den Lauf des Flusses von den Quellen bis durch die Landschaft Böhmens nach und verbindet dabei Naturbilder mit nationaler Identität. Das Publikum folgte dieser musikalischen Reise mit sichtlicher Begeisterung – ein Werk voller Klangfarben, das hier mit großer Ausdruckskraft dargeboten wurde.
Die kraftvolle Interpretation der insgesamt 45 Musikerinnen und Musiker fand ihren glanzvollen Abschluss im „Ungarischen Tanz“ von Brahms und mündete in ein fulminantes Finale. Standing Ovations und lang anhaltender Applaus waren der verdiente Lohn.
Auch Schulleiter Meinolf Dörfhoff zeigte sich tief beeindruckt, als er gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Ruth Janning die Bühne betrat: „Die Moldau? Ich habe dieses Stück schon früher geliebt – es gehörte zu meinen ersten Schallplatten. Ich bin schlichtweg begeistert von der hohen Qualität, die wir heute erleben durften. Vielen Dank für diese großartige Leistung.“
Ein Jubiläumskonzert, das nicht nur den Blick auf 25 erfolgreiche Jahre richtete, sondern zugleich eindrucksvoll zeigte, welch künstlerisches Potenzial und welche Leidenschaft in der schulischen Musikarbeit stecken.

Artikel und Fotos: Harald Lohmann,
so erschienen in der MV am 25.03.2026

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