Licht, Sounds und Installationen

„Imagined Dimensions“ – Tim Roßberg stellt derzeit im Kloster Gravenhorst aus

NEUENKIRCHEN-ST. ARNOLD / GRAVENHORST. Es geht um Installationen von Licht und Sound, die die Grenzen von Raum und Wahrnehmung neu ausloten. Unter dem Titel „Imagined Dimensions“ verwandelt Lichtkünstler Tim Roßberg die Ausstellungsräume des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters Gravenhorst seit Dezember in ein audiovisuelles Erlebnis. Noch bis zum 23. Februar macht der Lehrer am Arnold-Janssen-Gymnasium das „DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst“ zum Schauplatz seiner außergewöhnlichen Lichtkunst.
Tim Roßberg wohnt in Rheine, arbeitet als Kunstlehrer am Arnold-Janssen-Gymnasium (AJG) und präsentiert sich als freier Künstler zurzeit in der Winterlicht-Ausstellung Kloster Gravenhorst in Hörstel (siehe Info-Box). Die Ausstellung sollte eigentlich schon 2020/21 stattfinden, musste aber wegen Corona verschoben werden.

Seine Biografie sah nicht unbedingt von Anfang an den Spagat zwischen Kunsterzieher und freier Künstlertätigkeit vor. Roßberg wurde 1987 in Osnabrück geboren. Nach dem Abitur zog es ihn zum Studium der freien Kunst an mehrere Universitäten. In Berlin begegnete er dem dänischen Künstler Olafur Eliasson. Christoph Dahlhausen, der 2022 im Kloster Gravenhorst eine Winterlicht-Ausstellung als minimalistischer Lichtkünstler hatte, beeindruckt Roßberg schon längere Zeit. „Schon vorher war ich in der Kunsthalle in Osnabrück mit Lichtkunst in Berührung gekommen“, berichtet er im Gespräch mit unserer Redaktion.
Obwohl sein Schwerpunkt immer noch auf der freien Kunst lag, begann er zusätzlich das Lehramtsstudium für Kunst und Französisch an der Universität Osnabrück. Als Künstler erhielt er den „Piepenbrock-Kunst-Förderpreis“ (Osnabrück), lud zwölf Künstler zu einem „Lichtkunst-Festival“ im Hafen von Osnabrück ein und schrieb darüber seine Masterarbeit.
2014 und 2017 war Roßberg Stipendiat im Künstlerdorf in Schöppingen. Nach einigen Jahren als freier Künstler, in denen er viel im In- und im Ausland unterwegs war, wuchsen in ihm dennoch Zweifel, ob sein Leben so weitergehen sollte. „Ich habe hinter viele Kulissen geschaut. Alle Künstler, die nach außen gut im Geschäft waren, lebten privat in prekären finanziellen Verhältnissen. Die ganze Vermarktungsgeschichte war nicht mein Ding. Ich möchte den Menschen Erlebnisse liefern“, erzählt Roßberg.
Dazu gehört heute sein gelebter Spagat zwischen freiem Künstlertum und der Tätigkeit Kunsterzieher am AJG. Nach dem Referendariat am St. Mauritz-Gymnasium Münster ist er seit knapp fünf Jahren engagierter Kunsterzieher an dem bischöflichen Gymnasium. „Mit dem AJG habe ich eine Schule gefunden, die sehr viel Wert auf Kunst legt. Wir haben schon Paste-Up-Künstler eingeladen, welche Fenster und Wände im AJG mit den Schülerinnen und Schülern gestaltet haben“, berichtet Roßberg.
Aus diesem Spagat zwischen Kunst und Lehre schöpfe er Impulse für beide Bereiche. „Es geht immer darum, für Kunst zu begeistern. So, wie es jetzt ist, ist es für mich und für meine Familie die optimale Lösung“, betont Roßberg.
„Winterlicht“, eine Reihe einmaliger Ausstellungen zeitgenössischer Lichtkunst, blickt im „DA, Kunsthaus“ bereits auf eine lange Geschichte zurück. Seit 2008 sind zum Jahreswechsel im Innen- und Außenraum des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters Werke international renommierter Lichtkünstlerinnen und -künstler zu bestaunen. Die ortsspezifischen Eingriffe mittels Lichtelementen, Projektionen oder raumgreifenden Installationen verändern auf ganz unterschiedliche Weise die historische Klosterarchitektur, heißt es in einer Pressemitteilung.
In dieser Wintersaison setzt der Künstler Tim Roßberg die besonderen Ausstellungsräume des DA, Kunsthaus mittels audiovisueller Inszenierungen in Bewegung und hinterfragt unser Verständnis von Raum und Räumlichkeit. Lichtprojektionen, Sounds und Installationen erweitern die bestehende Architektur und unsere Erfahrungswirklichkeit um weitere Dimensionen. Die Arbeiten schwingen zwischen kühlem Konstruktivismus, sinnlicher Inszenierung und kosmischer Unendlichkeit – eine Einladung an die Sinne und unsere Vorstellungskraft.
Im Rahmen der Ausstellung findet am Freitag, 7. Februar, ab 18 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst mit anschließendem Künstlergespräch statt, das vom Journalisten und Kunsthistoriker Jörg Biesler moderiert wird.
Öffnungszeiten : Kloster Gravenhorst, Klosterstraße 10, Hörstel-Gravenhorst, bis 23. Februar. Dienstag bis Samstag, 14 bis 18 Uhr; Sonntag und Feiertage 11 bis 18 Uhr, Außengelände frei zugänglich. Eine Führung gibt es noch am Sonntag, 16. Februar, 16 Uhr; um Anmeldungen wird unter 02551 69-4215 gebeten.

Text und Fotos von Elvira Meisel-Kemper und Jörg Homering für die MV,
erschienen am 06.02.2025

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