Medienkompetenztage am AJG für die Fünftklässler

Die letzte Schulwoche begann und für die Fünftklässler des Arnold-Janssen-Gymnasiums (AJG) stand ein anderes Thema als Unterricht auf dem Programm. Die Medienkompetenztage. Im Zeitraum vom 29. Juni bis zum 1. Juli wurde den Schülerinnen und Schülern alles rund ums Thema digitale Medien, Handys und soziale Netzwerke nahegebracht. Der Fokus an diesen Tagen lag auf Fake News und Hate Speech, Internetsicherheit, Extremismusprävention, Big Data, Contra Cybermobbing und Social Bots. Geleitet wurde die Aktion vom Medienpädagogen-Team um Jonas Kühn von der Akademie Klausenhof. Bereits seit ungefähr einem Jahr werden diese Tage erfolgreich an Schulen in NRW durchgeführt.

Theoretisch wie auch praktisch wurden den Schülerinnen und Schülern die Gefahren und der richtige Umgang mit dem Internet beigebracht. Mit kreativen Aufgaben, wie beispielsweise einem Escape-Game, konnten sie ihr Wissen unter Beweis stellen. Dabei sollten sie den Standort einer Person ermitteln, während sie gleichzeitig Informationen über Kontakte oder Interessen erhielten, die sie zum Ziel führen sollten. Das Zentrale dieser Aufgabe war allerdings, dass der Protagonist E-Mails von einer ihr fremden Person erhalten hat, die sich mit den E-Mails versucht hat einzuschmeicheln. Dies sollte den Schülerinnen und Schälern erläutern, nicht auf fremde E-Mails einzugehen, sich nicht um den Finger wickeln zu lassen. Bei ernsthaften Themen seien Freunde und Familie die richtigen Ansprechpersonen.

Umgang mit Sicherheit und Passwörtern

Des Weiteren stand der Umgang mit Sicherheit und Passwörtern auf dem Programm. Auf einer Internetseite konnten die Kinder in verschiedenen Episoden Passwortzettel suchen oder E-Mails überprüfen und am Ende der Arbeitsphase mitteilen, was ihnen an diesen Mails verdächtig erschien. Besonders hilfreich waren die Tipps, welche am Ende der Episoden eingeblendet wurden. Hierbei wurde darauf aufmerksam gemacht, wie schnell Passwörter gehackt werden können und wie sich ein Passwort am besten und sichersten erstellen lässt.

Das Thema Big Data stand ebenfalls auf dem Stundenplan. Hierbei handelt es sich um große Datenmengen, die von Unternehmen analysiert werden. Den Schülerinnen und Schülern sollte bewusst gemacht werden, dass sie aufpassen müssen, welche Daten sie von sich preisgeben und in welcher Vielfalt, beziehungsweise Menge. Da bereits einige der Schülerinnen und Schüler auf Internetplattformen wie TikTok, Snapchat oder Instagram angemeldet sind, schien dies einen wichtigen Aspekt darzustellen.

Besonders interessant war ein Video, das sich mit einer Zukunftssimulation eines sogenannten Social Credit Systems auseinandersetzte. Hierbei wurde der Alltag einer Person simuliert, die abhängig von Credits (Leistungspunkten) lebt. Bei zu wenig Credits war diese Person ziemlich eingeschränkt, bei vorhandenen Credits konnte die Person eigenständige Entscheidungen treffen. Ansonsten war der Tag von einer Sprachsteuerung geregelt, die auf alle Daten und Informationen zugriff hatte. Das heißt: Verabredungen, Termine oder E-Mails wurden über dieses Programm geleitet, sodass der Protagonist kaum über sein eigenes Leben entscheiden konnte.

Life Profiler Methode getestet

Anschließend haben die Schüler die Life Profiler Methode getestet. Dazu haben sie unterschiedliche Karten erhalten, welche Informationen über Personen darstellten. Sie nahmen somit für einen kurzen Moment die Identität dieser Person ein. Auf den Karten waren äußerliche Merkmale, Charaktereigenschaften oder Vorlieben sowie persönliche Daten, die sich auf die Gesundheit und den Wohlstand der Person beziehen, dargelegt.

Der Leiter der Gruppe las verschiedene Eigenschaften vor, und wenn diese auf die anzunehmende Person zutrafen, sollten die Kinder sich mit einem Schritt nach vorne bewegen. Im Nachhinein wurde festgestellt, dass sich nicht mehr alle Kinder auf der gleichen Höhe befanden. Am Ende wurde jedoch preisgegeben, dass entweder die Kinder ganz vorne oder die Kinder ganz hinten einen Vorteil im Leben erhalten würden. Das erschien allen ziemlich unfair. Somit wurde den Kindern das Leben in unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten verdeutlicht und damit auch, dass nicht jeder den gleichen Wohlstand hat.

Der darauffolgende Tag hielt ein Videoprojekt bereit. Zum Abschluss ihrer gesammelten Erfahrungen sollten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen ein Video zusammenstellen, dass sich auf eines der Themen der vergangenen Tage bezog. Die wichtigste Frage am Ende allerdings war, wie die Schülerinnen und Schüler zu dem Format der vergangenen Tage standen. Die Meisten von ihnen waren begeistert. Die Medienkompetenztage hätten ihnen nicht nur Spaß und Freude bereitet, sondern auch neues Wissen und Kenntnisse fürs Leben vermittelt.

Münsterländische Volkszeitung, Lea Siemer

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2021-11-14T10:20:56+01:00
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