Energiewende vor der Haustür: Multivision erneut zu Gast am AJG 

Projekttag der EF – Klimaschutz lokal gedacht

Wie kann die Energiewende in Nordrhein-Westfalen gelingen – und was hat das ganz konkret mit unserer Gemeinde zu tun? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Einführungsphase (EF) des Arnold-Janssen-Gymnasiums bei einem Projekttag des Vereins die Multivision e. V. Nachdem Multivision bereits im vergangenen Schuljahr am AJG zu Gast war und damals unter anderem nachhaltige, CO₂-arme Ernährung thematisierte, stand dieses Mal die Energiewende vor Ort im Mittelpunkt.

Von der Aula in die Praxis

Der Tag startete mit einem gemeinsamen Einstieg in der Aula. In den ersten beiden Stunden vermittelte das Multivision-Team die wichtigsten Grundlagen zur Energiewende und ordnete zentrale Begriffe und Zusammenhänge ein. Videoimpulse machten das Thema anschaulich und lenkten den Blick auf NRW und die kommunale Ebene. Anschließend ging es in Workshops weiter: In Gruppen diskutierten die Schülerinnen und Schüler Beispiele, tauschten Perspektiven aus und entwickelten Ideen dazu, was Energiewende in der Praxis bedeuten kann. Zum Abschluss kam die gesamte Stufe wieder in der Aula zusammen, wo in der fünften und sechsten Stunde eine Podiumsdiskussion mit Gästen wie Jens Leopold als Solarspezialist des Kreises Steinfurt stattfand.

Podium: Wie wird aus einer Idee ein Projekt?

Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, wie Klimaschutz- und Energieprojekte überhaupt ins Rollen kommen. Schnell wurde klar, dass es nicht nur um Technik geht, sondern auch um Strukturen, Zusammenarbeit und verlässliche Finanzierung. Die EF hakte dabei konsequent nach: Wie organisiert man Projekte? Welche Rolle spielen Netzwerke? Und wie können Kommunen oder Vereine helfen, damit gute Ideen nicht an zu vielen Hürden scheitern?

Fördermittel, Anträge und der lange Atem

Besonders aufmerksam wurde es, als es um die Finanzierung vor Ort ging. Aus dem Podium wurde deutlich, dass viele Vorhaben auf Förderprogrammen und gezielter Projektplanung basieren. Auf die Frage, woher solche Mittel kommen, wurde erklärt, dass es verschiedene Fördertöpfe gibt – unter anderem auf Landesebene – und dass Vereine sowie kommunale Partner oft dabei unterstützen, Anträge zu koordinieren und Projekte überhaupt umsetzbar zu machen. Die Botschaft war eindeutig: Neben guten Ideen braucht es klare Rahmenbedingungen und Menschen, die dranbleiben, damit aus einem Plan am Ende ein echtes Projekt wird.

Wind, Solar und warum manches dauert

Auch erneuerbare Energien vor Ort spielten eine große Rolle. Viele wollten wissen, warum Windenergie-Projekte oft so lange brauchen. In der Runde wurde nachvollziehbar, dass hohe Investitionskosten zusammenkommen und Genehmigungsverfahren Zeit kosten, weil Ausschreibungen, Vorgaben und rechtliche Rahmenbedingungen den Prozess stark beeinflussen. Photovoltaik wurde dagegen als Technik beschrieben, die sich häufig schneller und unkomplizierter umsetzen lässt – je nachdem, welche Voraussetzungen vorliegen.

Alltag, Debatte und neue Technologien

Ein persönlicher Moment entstand, als Aaron den Multivision-Moderator Max fragte, was er selbst im Alltag fürs Klima tut. Seine Antworten wirkten bewusst alltagsnah: weniger Fleisch, viel Fahrrad und ÖPNV, Kleidung selten neu und insgesamt ressourcenschonend leben. Gleichzeitig wurde diskutiert, dass Klimaschutz nicht nur eine Frage einzelner Entscheidungen ist. Damit klimafreundliches Verhalten leichter wird, brauche es gute Informationen – und vor allem Rahmenbedingungen, die nachhaltige Optionen im Alltag attraktiver machen.

Zum Schluss brachte Kilian ein Thema ein, das viele gerade beschäftigt: Künstliche Intelligenz. Im Gespräch wurde deutlich, dass digitale Lösungen zwar helfen können, Abläufe effizienter zu machen, gleichzeitig aber auch Energie benötigen. Genau diese Abwägung blieb als Denkanstoß hängen: Technologie kann Teil der Lösung sein – muss aber immer auch mit Blick auf Ressourcen und Stromverbrauch bewertet werden.

Fazit

Der Projekttag zeigte vor allem eines: Energiewende ist nicht nur „Theorie“, sondern ganz konkret – mit Fragen zu Planung, Finanzierung, Technik und dem eigenen Alltag. Und er machte deutlich, wie wichtig es ist, nachzufragen, Zusammenhänge zu verstehen und sich eine eigene Haltung zu erarbeiten. Fabian Hochhaus, Lehrer für Mathematik und Physik am AJG, brachte es am Ende auf den Punkt: Für die EF-Schülerschaft gehe es um die Zukunft, in der sie selbst leben werde. Gerade als nachfolgende Generation trage sie die Folgen heutiger Entscheidungen – „umso wichtiger ist es, dass ihr informiert seid, mitredet und mitgestaltet.“

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