Bita Sarlak: „Kunst braucht man zum Überleben“

Jahresausstellung des AJG in der Villa Hecking mit vielfältigen Themen

Was bewegt junge Menschen? Wie drücken sie das in Fotografien, Gemälden, Zeichnungen, Collagen und Radierungen aus? Die Jahresausstellung des Arnold-Janssen-Gymnasiums (AJG) in der Villa Hecking gibt Antworten auf diese Fragen. Am Donnerstag wurde sie mit großem Publikumsinteresse eröffnet.
„Es ist das erste Mal nach Corona, dass die Ausstellung hier wieder zu sehen ist. Mittlerweile gehört die Jahresausstellung des AJG seit über 20 Jahren zu den festen Ereignissen im Kulturleben unseres Ortes“, freute sich Bürgermeister Willi Brüning. Auch AJG-Schulleiter Meinolf Dörhoff äußerte sich mit einem klaren Bekenntnis zur Kunst: „Kunst braucht man nicht zum Leben, aber zum Überleben. Es sind ganz viele Statements zur Politik und zum sozialen Leben zu sehen.“ Sein Dank an die Kunstlehrerinnen Magdalena Wedding, Finja Girod, Hannah Rollfrank und Julia Mönnigmann äußerte sich in Blumensträußen. Musikalische Beiträge von Schülerinnen des AJG begleiteten die Vernissage.

Bita Sarlak präsentierte eindrucksvoll ihre besondere Lernleistung im 5.Abiturfach

Einen besonderen Platz unter den Rednern nahm die Abiturientin Bita Sarlak ein, die Kunst zum 5. Abiturfach wählte und durch ihre besondere Lernleistung einen eigenen Raum für ihre Kunst erhielt. Vor sieben Jahren kam Sarlak mit ihrer Familie aus dem Iran nach St. Arnold. Seitdem bewegt sie das Thema der Frauenrechte im Iran und auch weltweit besonders. Das wurde auch in ihrer Ausstellung deutlich. „Es ist die Geschichte von Frauen, die nicht nur an einem bestimmten Ort, sondern auf der ganzen Welt zwischen Traum und Realität, zwischen Freiheit und Begrenzung, zwischen Existenz und Unsichtbarkeit leben“, sagte Sarlak, die besonders das Schicksal von Frauen im Iran in den Vordergrund stellte. Es waren Frauen, die ermordet oder, die in die Migration getrieben wurden. „Migration ist Abschied, ist Übergang, ist Ankommen in einer neuen Welt mit einem Herzen voller Vergangenheit. Und diese Frau, die geht – das bin in Wirklichkeit ich. Migration ist nicht nur eine physische Bewegung. Sie ist ein Riss, eine Wahl, ein Leben zwischen zwei Welten“, sagte Sarlak. „Stille Revolution“ nannte sie ihre Beiträge, die allerdings einen winzigen Funken der Hoffnung auf eine Änderung enthielten.
Nach dem bewegten Applaus für dieses Statement wurde nicht nur ihr Kunstraum zuerst besichtigt. Auch die anderen Arbeiten von Schülerinnen und Schülern der Oberstufe fanden Bewunderer. Für das Thema „Mein Blick auf meine Schule“ machte sich zum ersten Mal Natalie Markfort mit der Kamera auf den Weg. Lange, leere Schulflure veränderte sie durch Schwarz-Weiß-Optik. „Fotografie war vorher eigentlich nicht meins. Jetzt finde ich das sehr interessant“, so Markfort. Die Fragen nach der eigenen Zukunft, dem eigenen Ich, der Flucht im Exil bis hin zum Thema „Freiheit“ und der Welt der Sprichwörter standen in anderen Themenblöcken im Mittelpunkt.

Die Ausstellung ist an folgenden Tagen geöffnet: Samstag, 8. Februar, 15 bis 18 Uhr; Sonntag, 9. Februar, 13 bis 17 Uhr; Samstag. 15. Februar, 15 bis 18 Uhr; Sonntag, 16. Februar, 13 bis 17 Uhr

Elvira Meisel-Kemper für die MV,
erschienen am 08.02.2025

FOTOGALERIE
(Quelle: Elvira Meisel-Kemper für die MV)

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