Wie Bettina Bartels ein Orchester aufbaute
AJG-Lehrerin begeistert für Klassik

„Meine Mutter holte ihre Geige vom Dachboden, sie hatte lange nicht mehr gespielt“, erinnert sich Bettina Bartels an ihre frühe Liebe zur Musik. Die AJG-Lehrerin hat vor 25 Jahren ein Orchester aufgebaut – und begeistert junge Talente für Klassik.
Bettina Bartels begeistert junge Talente für Klassik.
Gerade erst feierte sie ein 25-jähriges Jubiläum ihres Orchesters mit einer beeindruckenden Vorstellung. Im Gespräch mit unserem Medienhaus spricht Bettina Bartels, langjährige Lehrerin für Musik, Mathematik und Englisch am Arnold-Janssen-Gymnasium in St. Arnold, über ihre Liebe zur Musik und das, was sie antreibt.
„Meine Mutter holte ihre Geige vom Dachboden, sie hatte lange nicht mehr gespielt“, erinnert sie sich. „Und sofort habe ich mich in dieses Instrument verliebt. Da war ich fünf Jahre alt.“ Musik spielte im Elternhaus von Anfang an eine zentrale Rolle. „Bei uns im Haus spielte jeder ein Instrument – Saxofon, Klavier, Geige. Auch meine beiden Brüder waren musikalisch.“ Früh wurde sie selbst Teil dieses musikalischen Alltags, nahm Klavierunterricht, spielte später auch E-Bass in der Band ihres Vaters.
Musik bestimmte den Alltag
Wichtiger als einzelne Stationen war für sie jedoch immer das Umfeld: Orchesterfahrten, Chor, Wettbewerbe – Musik bestimmte den Alltag. Selbst der Aufwand, regelmäßig nach Mainz zum Konservatorium zu fahren, hielt sie nicht ab. „Mein Umfeld war die Musik. Mir war früh klar, dass ich in diesem Bereich bleiben möchte.“
Heute prägt sie selbst dieses Umfeld. Als sie nach St. Arnold kam, gab es zwar Chöre und eine Bigband – ein Orchester jedoch fehlte. „Ich brannte für die Musik, ich wollte loslegen.“ Schnell gewann sie die ersten Schülerinnen und Schüler für den Geigenunterricht, wenige Monate später folgte bereits das erste Konzert.
Seither hat sie die musikalische Arbeit am Gymnasium entscheidend erweitert – insbesondere im Bereich der klassischen Musik. Viele Konzerte folgten, und was das Publikum zuletzt erleben konnte, ist mit Beharrlichkeit und Leidenschaft nur im Ansatz zu erklären. Ein großer Zeitaufwand und pädagogisches Feingefühl sind ebenso erforderlich.
„Man muss Schülern etwas zutrauen“
„Nimmt man das Werk von Smetana, ‚Die Moldau‘, als Beispiel“, erläutert sie, „dann sieht man schnell die Herausforderung: Die Wellen des Flusses sind in Sechzehntelnoten dargestellt.“ Für Schulorchester gebe es vereinfachte Arrangements. „2020 wollte ich dieses Schularrangement aufführen. Corona kam uns leider dazwischen. Doch in diesem Jahr habe ich mir den Wunsch erfüllt und eine Mischung aus Original und Arrangement geschrieben.“
„Man muss Schülern etwas zutrauen, sie auch herausfordern.“ Genau das habe funktioniert: „Einige wollten unbedingt das Original spielen und haben dafür wochenlang geübt.“ Diese Momente sind es, die ihre Arbeit tragen. „Die Leidenschaft für klassische Musik zu wecken, ist nicht immer leicht. Aber wenn der Funke überspringt, läuft vieles von selbst.“ Und der Blick geht bereits nach vorn: Für das Frühjahr 2027 gibt es erste Ideen. „Mal sehen, ob ich es hinbekomme – aber ‚Bilder einer Ausstellung‘ in der Orchesterfassung – das wäre schon reizvoll.“





