„Wir wollten etwas Neues erfinden“

Das AJG im Interview nach Sieg bei „Schüler experimentieren“

Bjarne Romberg (12 Jahre) und Milo Puckert (12 Jahre) aus der Klasse 6b des Arnold-Janssen-Gymnasiums im Interview mit dem AJG zum Landessieg im Wettbewerb „Schüler experimentieren“:

AJG:     „Erst einmal ganz herzlichen Glückwunsch zu eurem Sieg! Bjarne und Milo, ihr habt den Landessieg im Wettbewerb Schüler experimentieren“ im Fachbereich Technik gewonnen. Das ist ein großer Erfolg! In der MV wurde darüber bereits kurz berichtet. Heute interessieren uns aber ein paar persönliche Dinge. Wir würden gern wissen, wie es dazu kam, was euch antreibt, was genau euren Erfolg ausmacht usw. Könnt ihr euch einmal kurz unseren Lesern vorstellen? Wer seid ihr? Bjarne, du bist der Sprecher eures Teams, fangen wir mit dir einmal an:
Bjarne:          „Hallo, ich bin Bjarne Romberg und 12 Jahre alt. Ich besuche die Klasse 6b am Arnold-Janssen-Gymnasiums. Meine Hobbies sind Tennis spielen, Fechten, Fahrrad fahren und natürlich Bauen und Basteln.
Milo:              „Mein Name ist Milo Puckert. Ich bin auch 12 Jahre alt und gehe mit Bjarne in die gleiche Klasse. Wir sind beste Freunde. Meine Hobbies sind Mountainbike fahren, Schlagzeug spielen und ebenfalls Tüfteln und Basteln “
AJG:               „Das Portfolio zu dem Wettbewerb liegt gerade vor mir. Ich sehe auf dem Titel als Logo ein Ufo abgebildet mit dem Schriftzug „aUVO“? Was verbirgt sich hinter diesem Logo und Projekttitel?“
Bjarne:          „Der Name setzt sich aus den Wörtern „Auf- und Vortrieb“ zusammen. Das Ufo ist eigentlich kein Ufo sondern eine Drohne. Wir haben uns bei unserem Projekt mit den Fragen beschäftigt, ob man ein Flugobjekt mit zwei übereinander angeordneten Rotoren bauen und zum Fliegen bringen kann. Zudem hat uns interessiert, wie man so etwas mit einer Funkfernbedienung steuern kann.“
AJG:               „Wie kam es zu dieser Aufgabenstellung?“
Milo:              „In der Freizeit basteln und tüfteln wir gern und spielen mit unseren ferngesteuerten Fahrzeugen.“
Bjarne:          „Dann kam uns der Gedanke, wir könnten mal zum Projektlabor des Berufskollegs Rheine an der Lindenstraße gehen. Das besuchen wir freitags sehr regelmäßig. Dort haben wir eine Kiste entdeckt, in der waren etliche Propeller mit Motoren. So kam es zu der Idee, dass wir daraus etwas bauen könnten, was fliegt…“
Milo:             „… am liebsten ein UFO. Richtig futuristisch sollte es aussehen und natürlich komplett fliegen können.
AJG:               „Hat eine Drohne nicht in der Regel vier Motoren? Wieso wolltet ihr ein Flugobjekt mit zwei Motoren bauen?“
Bjarne:          „Eine Drohne mit vier Motoren zu bauen, war uns zu langweilig. Wir wollten etwas Neues erfinden.“
Milo:              „Wir haben gedacht, vielleicht geht es auch mit nur zwei statt vier Propellern… Also haben wir zwei rechtsläufige genommen, aber der eine wurde umgedreht.“
AJG:               „In eurer Projektmappe heißt es in einer Überschrift: ,Aller Anfang ist schwer – oder: Wir lernen durch try-and-error‘“. Welche Probleme musstet ihr auf eurem Weg lösen? Wie viele Modelle habt ihr in eurer Experimentierreihe gebaut?“
Milo: „Unsere ersten Versuche waren echt chaotisch. Deshalb haben wir damit angefangen, uns die Grundlagen für das Fliegen anzuschauen. So wurde aus unserem UFO-Projekt erst einmal ein Projekt zu Auf- und Vortrieb, also unser aUVO.“
Bjarne:          „Vier bis fünf Modelle haben wir schließlich bauen müssen, um unserem Ziel immer näher zu kommen. Es ging vom „Pappteller-“ über das „Drehteller-“ zum „Bangee-Jumping-Modell“. Das war aber viel zu wackelig. Schließlich haben wir als letzte und beste Lösung das „aUVO“-Modell entwickelt.“
Bjarne:          „Mit Hilfe des Laser-Cutters konnten wir letztlich das erfolgreiche und finale Flugobjekt konstruieren.“
AJG:               „Was genau ist denn das „Projektlabor“ des Berufskollegs Rheine, ist das eine Schule?“
Milo:              „Nein, eine Schule ist das nicht. Man kann dort einfach hingehen. Die Halle betreibt Berthold Sommer als Leiter des Labors.
Bjarne:          „Das ,Art-and-Tech-Space‘ wird durch die Stadt Rheine finanziert und besteht aus fünf Hallen: Wenn wir freitags dort hingehen, finden sich aller Materialien vor Ort. Neben Lagerhallen gibt es eine Metallhalle zum Schweißen, Fräsen, Drechseln usw. Da haben wir uns sehr viel aufgehalten. Zudem gibt es einen Technikraum zum Programmieren.“
AJG:               „Glaubt ihr, dass euer Projekt auch für die Wirtschaft von Interesse sein könnte? Wenn ja, warum?“
Bjarne:          „Die Vorteile sind ganz klar: Die Drohne ist kleiner und zudem spart man Kosten und Gewicht.“
AJG:               „Was wiegt denn eure Drohne und was wollt ihr sie noch weiter verbessern?“
Bjarne:          „Unsere Drohne wiegt 466 g. Eventuell könnte man noch die Lenkbarkeit verbessern, dazu müssten die Servos von uns optimiert programmiert werden. Das würde aber noch richtig schwer werden.“
AJG:               „Was glaubt ihr, warum seid ihr Landessieger in eurem Bereich geworden?“
Milo:              „Wir sind einfach immer drangeblieben. Wir hatten drei Startversuche, beim letzten hat es funktioniert. Beim ersten Versuch waren die Motoren falsch rum montiert. Beim zweiten war die Batterie so gut wie leer… Aber wir haben nicht aufgegeben und waren immer motiviert, bis es schließlich geklappt hat.“
Bjarne:          „Aktuell kann die Drohne hochfliegen, sie kann das Gewicht in unterschiedliche Richtung geben, einen Standflug fliegen und ein bestimmtes Gewicht heben. Am meisten hat aber die Jury beeindruckt, dass wir so wissenschaftlich gearbeitet haben.“
AJG:               „Habt ihr noch weitere Ziele? Denkt ihr bereits an eine neue Herausforderung?“
Bjarne:          „Wir wollen mit einem neuen Projekt starten. Das soll aber eine Überraschung werden.“
Milo:              „In zwei Jahren sind wir 14, da dürfen wir auch bei „Jugend forscht“ mitmachen. Dann kann es vielleicht auch noch mal über die Landesebene hinausgehen. Das wäre cool!“
AJG:               „Oh ja, spannend! Habt ihr die Urkunde und euren Preis eigentlich schon bekommen?“
Milo:              „Die Urkunde wird uns noch zugeschickt. Der Preis von 220€ soll wieder in das nächste Projekt fließen.“
Bjarne:          „Einen Teil des Geldes wollen wir aber auch an das Projektlabor spenden, weil die Materialien doch schon teuer sind. Außerdem wurden wir – neben meinem Vater und Betreuer des Projekts – von dem Team des Projektlabors immer tatkräftig unterstützt. Das war toll. Uns reizt mehr die Sache, nicht unbedingt die Preise.“
AJG:               „Was würdet ihr sagen, habt ihr durch den Wettbewerb gelernt?“
Milo:              „Wir haben uns viel physikalisches Wissen über das Fliegen angeeignet und ganz viel über Technik gelernt.“
Bjarne:          „Zudem haben wir gelernt, was wissenschaftliches Arbeiten bedeutet und dass es sich lohnt, nicht aufzugeben.
Ein toller Erfolg meinen wir! Schon heute dürfen wir gespannt sein, welche Überraschungen diese kreativen Köpfe und Freunde in 2024 für uns im Wettbewerb „Jugend forscht“ bereithalten.

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2022-11-30T15:01:15+01:00
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